Treffen Sie Chunguang Xia

Chunguang Xia, Mitbegründer und Chief Technology Officer von Boston Micro Fabrication

Treffen Sie Chunguang Xia, Mitbegründer und Chief Technology Officer (CTO) von Boston Micro Fabrication (BMF). Als erfahrener 3D-Druck-Technologe erörtert Chung die Rolle der PµSL-Technologie, die Lücke zwischen Makro- und Nano-3D-Druckern zu schließen.

F: Was ist Ihr Hintergrund?

A: Ich begann mit dem Entwurf von 3D-Druckern während meines Promotionsstudiums im Maschinenbau. Nach meinem Abschluss wechselte ich in die Halbleiterprozessausrüstungsindustrie. Bei Lam Research und später bei ASML arbeitete ich an der Entwicklung von Abscheidungswerkzeugen, einschließlich PECVD und PEALD, und später an einem EUV-Lithographie-Werkzeug.

F: Wie sind Sie zum ersten Mal auf den 3D-Druck aufmerksam geworden?

A: Während meines Promotionsstudiums forschte ich an Mikro-Bioreaktoren. Diese Reaktoren sollten Mikrokanäle mit einem Durchmesser von 50 µm enthalten. Ich benötigte ein hochpräzises Werkzeug, um diese Mikrostrukturen herzustellen. Der Mikro-3D-Druck schien die beste Wahl zu sein, daher begann ich, einen Mikro-3D-Drucker auf Basis von LCOS-Chips zu entwerfen und zu bauen.

F: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die PµSL-Technologie zu kommerzialisieren?

A: Als ich die 3D-Druckindustrie betrachtete, sah ich Drucker, die zwei Marktsegmente bedienen. Das erste sind Drucker, die sich auf den schnellen Druck größerer Teile konzentrieren, bei denen die besten erreichbaren Auflösungen um die 50µm liegen. Diese Maschinen drucken Teile mit Toleranzen um 100µm oder größer. Das zweite Segment konzentriert sich auf Auflösungen im Submikrometerbereich und druckt Teile, die kleiner als 5 mm sind. Ich sah, dass zwischen diesen beiden Segmenten eindeutig eine Lücke bestand. Die akademische Welt und die Industrie brauchten einen 3D-Drucker, der diese Lücke schließt. Die PµSL-Technologie von BMF überbrückt diese Lücke.

F: Welche Arten von Problemen versucht die Technologie zu lösen?

A: Wir streben den Druck hochauflösender mikrogroßer Bauteile mit einer angemessenen Druckgeschwindigkeit an. Von SLA über DLP bis FDM konnten die bestehenden 3D-Drucktechnologien die Auflösung in kleinen, mikrogroßen Bauteilen aufgrund der physikalischen Grenzen der Hardware nicht auf 10 µm oder besser erhöhen. Mit den Druckern von BMF können wir dies durch die Einführung unserer proprietären Mehrfachbelichtungstechnologie und einer fortschrittlichen Walzenbeschichtungsmethode erreichen, um eine schnelle, dünne Schichtbeschichtung zu erzielen.

F: Was ist Ihre aktuelle Rolle bei BMF?

A: Als Mitbegründer und CTO leite ich die Produktentwicklung und das Engineering, lege die Innovationsrichtung des Unternehmens fest und suche nach potenziellen neuen Anwendungen für BMF-Drucker.

F: Gibt es Trends in der Branche, die Sie besonders begeistern?

A: Industrien aus verschiedenen Sektoren, darunter Mikrospritzguss, biomedizinische Geräte, MEMS, Kommunikation und tragbare Produkte, beginnen, die potenziellen Vorteile der BMF-Technologien zu erkennen: niedrige Kosten, schnelle Durchlaufzeiten, fortschrittliche interne Strukturen für bessere Leistung und mehr. Da BMF weiterhin neue Technologien auf den Markt bringt, werden mehr Kunden vom hochpräzisen Mikro-3D-Druck profitieren.

F: Was ist Ihre Vision für die 3D-Druckindustrie in den nächsten zehn Jahren?

A: Der Markt treibt die Technologie voran. Der 3D-Druck ist eine wichtige Ergänzung zu den traditionellen Fertigungsmethoden. Die Industrie wird weiterhin immer höhere Anforderungen an den 3D-Druck stellen. Betrachtet man die technischen Zeichnungen aus den meisten Industrien, so enthalten die Maße in den Zeichnungen stets den Nennwert und die Toleranzanforderungen. Mechanische Bauteile weisen typischerweise eine Standardtoleranz von 100 µm auf. Für kritische Abmessungen liegt die Toleranzanforderung üblicherweise unter 50 µm. In den nächsten zehn Jahren wird die 3D-Druckindustrie auf Präzisionsdruck mit angemessener Geschwindigkeit ausgerichtet sein. Dazu benötigt die Industrie neue Technologien, um verschiedene Materialien zu drucken, die die Abmessungen der gedruckten Teile innerhalb der industriellen Toleranzanforderungen kontrollieren können.

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