3D-gedruckte spiralförmige Katheter ermöglichen die gezielte intrazerebrale Verabreichung von Medikamenten

Zusammenfassung der Anwendung

Forscher an der NYU Abu Dhabi entwickelten einen neuartigen spiralförmigen intrazerebralen Mikrofluidik-Katheter - SPIRAL(Strategic Precision Infusion for Regional Administration of Liquid) -, um die lokale Verabreichung von Medikamenten im Gehirn zu verbessern. Herkömmliche gerade Katheter erfordern oft mehrere Einstiche, um breitere oder unregelmäßige Regionen des Gehirns zu erreichen, was das Risiko von Gewebetraumata und Entzündungen erhöht. Das Team suchte nach einem neuen Design, mit dem Medikamente über größere Gewebevolumina verteilt werden können und das gleichzeitig einen minimalen Platzbedarf und mechanische Kompatibilität mit weichem Hirngewebe aufweist.

Das SPIRAL-Konzept durch mikroskalige Fertigung zum Leben erwecken

Um ihr Berechnungsmodell in ein funktionierendes Implantat zu verwandeln, griffen die Forscher auf den 3D-Drucker microArch S240 von Boston Micro Fabrication zurück. Mithilfe der Projection Micro Stereolithography (PµSL) mit einer XY-Auflösung von 10 µm und einer Schichtdicke von 20 µm stellte das Team das Implantat erfolgreich her:

  • Spiralförmige Mikrokatheter mit 0,3 mm Wandstärke und mehreren 88,45-µm-Auslassöffnungen
  • Chirurgische Prototypen und passende Einführhilfen mit 2,5 mm Steigung für eine präzise, minimalinvasive Implantation
  • Skalierte Funktionsmodelle für die Validierung von Flüssigkeitsströmungen und für Hirnphantomstudien

Die Feinsteuerung der Merkmale und die Maßgenauigkeit des BMF-Systems waren entscheidend für die Reproduktion der in der Simulation ermittelten fluiddynamischen Parameter. Anderen Druckverfahren fehlte die Präzision, die erforderlich ist, um eine gleichmäßige Strömung über mehrere Auslässe zu gewährleisten - eine Anforderung, die für die Leistung von SPIRAL entscheidend ist.

Abbildung 1. (A) gerader Katheter mit einem Flüssigkeitsbolus aus einem Auslass (B) gerader Katheter mit einem Flüssigkeitsbolus aus fünf Auslasspaaren, ungleiche Gesamtverteilung der Flüssigkeit (C) gerader Katheter mit gleicher Gesamtverteilung der Flüssigkeit aus fünf Auslasspaaren (D) schraubenförmiger Katheter mit ungleicher Gesamtverteilung der Flüssigkeit aus fünf Auslasspaaren (E) schraubenförmiger Katheter mit gleicher Gesamtverteilung der Flüssigkeit aus fünf Auslasspaaren (F) Darstellung der schraubenförmigen Vorrichtung im Gehirn (G) 3D-gedruckte schraubenförmige Vorrichtung, die unter UV-Licht abgebildet wird.

Ergebnisse und Auswirkungen

Mit diesen gedruckten Prototypen konnte das Team nachweisen, dass schraubenförmige Katheter therapeutische Wirkstoffe gleichmäßiger und effizienter abgeben können als geradlinige Designs - und mit einer einzigen Implantation breitere und komplexere Gehirnregionen erreichen. Mechanische Tests bestätigten, dass die Katheter flexibler und knickresistenter sind, was das Risiko eines Bruchs während des chirurgischen Einsetzens verringert. In-vivo-Experimente an Ratten zeigten keine Zunahme von Gliose oder Entzündungen und bestätigten damit die Sicherheit des Designs.

Der Erfolg von SPIRAL verdeutlicht, wie hochauflösende additive Fertigung eine Brücke zwischen computergestütztem Design und funktionalen biomedizinischen Geräten schlagen kann und neue Strategien für die personalisierte Verabreichung von Medikamenten bei neurologischen Erkrankungen ermöglicht.

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