Transparenz im Mikrometerbereich: Wir stellen BMF Clear vor

Für Ingenieure und Forscher, die an der Schnittstelle von Optik, Mikrofluidik und Präzisionsfertigung tätig sind, besteht seit Jahren eine Einschränkung: Ein wirklich transparenter 3D-Druck im Mikromaßstab war bislang nicht realisierbar. Die derzeit verfügbaren Verfahren weisen entweder Mängel hinsichtlich der optischen Klarheit auf, erfordern einen hohen Aufwand bei der Nachbearbeitung oder können schlichtweg nicht die für anspruchsvolle Anwendungen erforderliche Detailauflösung erreichen.

Das ändert sich heute. Boston Micro Fabrication bringt „BMF Clear“ auf den Markt – ein optisch transparentes Photopolymerharz, das speziell für den mikropräzisen 3D-Druck entwickelt wurde und eine Lichtdurchlässigkeit von über 90 % sowie die für die BMF-Plattform bekannte Genauigkeit im Mikrometerbereich bietet.

Um bei 3D-gedruckten Bauteilen echte optische Klarheit zu erzielen, reicht es nicht aus, lediglich ein transparentes Material zu verwenden. Im Mikrobereich wirken zwei physikalische Phänomene dem entgegen: die Absorptionsfähigkeit des Materials und die Oberflächenrauheit. Selbst geringfügige Unebenheiten in der Oberflächenbeschaffenheit führen dazu, dass Licht gestreut und gebeugt wird, was die Lichtdurchlässigkeit in Anwendungen wie optischen Wellenleitern, mikrofluidischen Kanälen und integrierten photonischen Bauelementen beeinträchtigt.

BMF Clear wurde speziell entwickelt und optimiert, um diese beiden Herausforderungen zu bewältigen. Das Ergebnis ist ein Material mit echter optischer Transparenz – nicht der Transluzenz, die „klare“ Harze bisher geboten haben –, kombiniert mit der überragenden Oberflächenqualität, die durch die Projection Micro Stereolithography (PµSL)-Technologie von BMF erzielt wird.

Mikrofluidik-Chip, gedruckt auf BMF Clear

BMF Clear ist für die nahtlose Integration in die 10-Mikrometer- und 25-Mikrometer-Systeme von BMF konzipiert und druckt in Schichthöhen zwischen 10 und 50 Mikrometern. Die Kompatibilität erstreckt sich über die gesamte Plattformpalette von BMF – von High-End-Produktionssystemen bis hin zur kompakten TischseriemicroArch® S150 – und macht das System somit zugänglich, ganz gleich, ob Sie ein Forschungslabor betreiben oder auf die Produktion umsteigen.

Die Kombination aus ultrahochauflösendem Druck und den Materialeigenschaften von BMF Clear minimiert die Lichtstreuung durch die inneren Kanäle und gewährleistet die für optische Anwendungen erforderliche Detailgenauigkeit. Da keine obligatorische Nachbearbeitung erforderlich ist, können Teams schneller von der Entwurfsiteration zur Funktionsprüfung übergehen.

Transparente mikrofluidische Verbindungsstücke, 3D-gedruckt mit dem optisch klaren Harz „BMF Clear“

Die bedeutendere Auswirkung von BMF Clear liegt darin, dass es Möglichkeiten für Anwendungen eröffnet, deren Herstellung in großem Maßstab bislang schwierig oder unpraktisch war.

In der Mikrofluidik und bei der Entwicklung von Lab-on-a-Chip-Systemen ermöglichen optisch klare, durchströmbare Kanäle eine präzise Visualisierung und analytische Zuverlässigkeit – entscheidend für Anwendungen wie die hochauflösende Tröpfchenerzeugung und Zellkultur-Assays. Bislang haben sich viele Forscher auf die PDMS-Softlithografie verlassen, ein Verfahren, das die Skalierbarkeit, Haltbarkeit und Designflexibilität einschränkt. Für Teams, die gezielt nach Alternativen zu PDMS für die mikrofluidische Fertigung suchen, bietet BMF Clear einen überzeugenden Weg: die Gestaltungsfreiheit der additiven Fertigung, die Maßgenauigkeit des Mikropräzisionsdrucks und den Wegfall des Aufwands für den Formenbau.

In der Mikrooptik und der integrierten Photonik ermöglicht das Material die direkte Herstellung von Freiformlinsen, die auf die Enden von Glasfasern, Chipoberflächen oder Sensorarrays gedruckt werden, sowie von komplexen Wellenleitern und photonischen Schnittstellen für die Sensorik und die Hochgeschwindigkeits-Datenkommunikation. Dabei handelt es sich um Komponenten, deren Herstellung in großem Maßstab bislang mit erheblichen Herausforderungen verbunden war; BMF Clear macht sie nun mithilfe von Standardverfahren der additiven Fertigung realisierbar.

Für biomedizinische Anwendungen hat BMF Clear strenge Biokompatibilitätstests hinsichtlich Hautreizung, Sensibilisierung und In-vitro-Zytotoxizität bestanden und eröffnet damit neue Möglichkeiten für die Miniaturisierung von Geräten – darunter endoskopische Systeme, intraokulare Instrumente und minimalinvasive Anwendungen zur Medikamentenabgabe, bei denen die Sichtbarkeit im Körperinneren und die Maßgenauigkeit unverzichtbar sind.

Einer der praktischen Vorteile von BMF Clear besteht darin, dass es nicht nur für die Grundlagenforschung genutzt wird. Durch die Kombination von echter optischer Transparenz mit Präzision im Mikrometerbereich und der bewährten Fertigungsplattform von BMF bietet es einen zuverlässigen Weg vom Proof-of-Concept bis zur skalierbaren Produktion. John Kawola, CEO von Boston Micro Fabrication, formuliert es so: „Das BMF Clear-Harz geht diese Herausforderung direkt an und schließt die Lücke zwischen Prototypenbau und mikrofertigter Produktion.“

Diese Brückenfunktion macht diese Ankündigung zu mehr als nur einer Materialvorstellung. Für Teams, die an optischen Komponenten der nächsten Generation, mikrofluidischen Geräten oder integrierten photonischen Systemen arbeiten, bedeutet dies eine bedeutende Erweiterung der Möglichkeiten, die sich mit der additiven Fertigung bieten.

BMF Clear ist ab sofort im Direktvertrieb und über das europäische Vertriebsnetz von BMF erhältlich. Weitere Informationen oder Musteranfragen finden Sie unter bmf3d.com.